Europa und Türkei

These:

Europa und Türkei sind Partner und brauchen sich gegenseitig; strategisch und wirtschaftlich. Die Türkei wird wohl nicht Vollmitglied werden, braucht es auch nicht; aber Europa muß die Türkei als sehr wichtigen Ordnungsfaktor in NO/Mittelasien und als Bindeglied NO/Mitteasien-Europa anerkennen. Die Türken sind längst nicht mehr Bittsteller; sie und die Russen haben sich erfolgreich zwischen den Rohstoffen Zentralasiens und Europa "zwischengeschaltet" und in NO geht ohnehin kaum etwas gegen die Türkei als wichtigen regional player.

Antwort:

Die Türkei ist ein wichtiges Land zwischen dem mittleren Osten und Europa. Diese Realität ist unstrittig.

In Punkto EU-Beitritt sind die Türken Bittsteller.Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Europa wird seine Werte nicht für Rohstoffe aus Zentralasien aufgeben.

Die Abhängigkeit von Rohstoffen ist als politisches Problem erkannt worden. Die großen Nutznießer wie Saudi Arabien, VAE, Iran fördern den weltweiten Jihad. Nicht nur aus umweltpolitischen sondern auch aus sicherheitspolitischen Gründen muss die Abhängigkeit von Öl verringert werden.

Seitdem wird von der EU aus zuächst versucht, diese Abhängigkeit zu diversifizieren, so dass kein Rohstofflieferant diese Abhängigkeit zu politischen Zwecken missbrauchen kann. Da ist dann die Türkei neben vielen anderen Ländern wie Norwegen, Russland, Georgien, Lybien, Saudi Arabien, Irak, Iran, Canada, Venezuela, Nigeria,.... nur einer von vielen "Partnern".

Die Abhängigkeit von Öl und Gas nimmt kontinuierlich durch die Förderung und den Ausbau alternativer Energieträger ab. Dieser Prozess wird schließlich dazu führen, dass der mittlere Osten als Region wirtschaftlich und politisch an Bedeutung verlieren wird. Die Türkei als "Bindeglied" zwischen Europa und diesen Regionen wird damit ebenso an Bedeutung verlieren.

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