Kritisches Denken im Islam

Der Aufstieg des Islam zu einer Großmacht, die auch wirtschaftlich, wissenschaftlich und militärisch großes geleistet hat, ist die Quelle unendlichen Stolzes der Muslime. Diesen Status soll der Islam wiedererlangen und mit Hilfe Allahs soll der Islam irgendwann die ganze Welt beherrschen. 

Gerätselt wird darüber, wie es dazu kommen konnte, dass der Islam seine Vormacht verloren hat und jetzt die islamische Welt drittrangig ist.


Die orthodoxe Antwort auf diese Frage ist in der Regel: Die Muslime haben Ihre Religion nicht richtig befolgt. Deshalb hat sie Allah bestraft. Die Rückkehr zu der wahren Religion, wird auch zum Sieg des Islam führen. Mit Sieg ist der militärische Sieg über den Westen (Israel/Europa/Amerika) und die Unterjochung des Westens unter muslimische Herrschaft gemeint.


Zur Beantwortung der Frage muss jedoch eine klare Analyse erfolgen.


Wie konnte der Islam so schnell zu einer Großmacht aufsteigen? 


1. Das byzantinische und persische Reich, die benachbarten Großreiche, waren durch Jahrhunderte gegenseitiger Kriege geschwächt.


2. Die islamische Religion führte zur Vereinigung der zerstrittenen arabischen Völker unter einem Herrscher.


3. Das Paradiesversprechen für den Gefallenen im Krieg gegen Ungläubige sowie die hohe Kriegsbeute für die Überlebenden führte zu einer Win/Win-Situation für muslimische Krieger. Dadurch war die Motivation im Krieg besonders hoch, ein großer taktischer Vorteil. Die Polygamie verhindert ein Schrumpfen der Bevölkerung bei hohen Verlusten im Krieg. Ein langfristiger Vorteil.


4. Die großen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Errungenschaften waren zum großen Teil Bestandteil der Kriegsbeute. Die Errungenschaften der besiegten Völker wurden übernommen und ausgebeutet. 


Weshalb konnte diese Führungsstellung auf Dauer nicht verteidigt werden?


1. Das Gesellschaftssystem gründete auf ständiger kriegerischer Expansion. Sobald diese unterblieb, führte dies zu internen Spannungen. Denn der Wohlstand beruhte maßgeblich auf Kriegsbeute und Ausbeutung der unterjochten Völker erziehlt - Tributzahlung von Ungläubigen. Sobald sich die Ungläubigen zum Islam bekehrten und der militärische Erfolg ausblieb, zerrann die wirtschaftliche und militärische Macht.


2. Last but not least, die Muslime haben die erbeuteten wissenschaftlichen, technologischen und wirtschafltichen Erkenntnisse nicht weiterentwickelt. Die kulturelle Stagnation führte dazu, dass sie von Nachbarvölkern - insbesondere Europa - überflügelt wurden. 


Wieso kam es zu dieser Stagnation? Ganz einfach: Wissenschaftlicher Fortschritt bedingt zunächst einmal selbstständiges und kritisches Denken. Wer sich nicht getraut Fragen zu stellen, der wird auch keine Antworten finden. Kritisches Denken ist Muslimen verboten:


Sure 5, Vers 101 O ihr, die ihr glaubt! Fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch enthüllt würden, euch unangenehm wären; und wenn ihr danach zur Zeit fragt, da der Quran niedergesandt wird, werden sie euch doch klar. Allah hat euch davon entbunden; und Allah ist Allverzeihend, Nachsichtig. 102. Es haben schon vor euch Leute nach solchem gefragt, doch dann versagten sie ihm den Glauben.


Der wissenschaftliche Fortschritt beruhte vor allem auch auf der wissenschaftlichen Methode. Das ist die Idee, dass die Naturgesetze mit Hilfe des menschlichen Verstandes entdeckt werden können. Die Natur verhält sich vernünftig. Durch Beobachtung und Anwendung logischen Denkens auf die Beobachtungen lassen sich Erkenntnisse gewinnen.


Diese Idee, einer den Regeln der Vernunft unterworfenen Natur, wird von der orthodoxen Islamischen Philosophie abgelehnt. Denn dadurch werde die Allmacht Gottes beschränkt. Die göttliche Offenbarung steht im Zweifel über der Vernunft als Quelle der Wahrheit.


5:64 Und die Juden sagen: "Die Hand Allahs ist gefesselt." Ihre Hände sollen gefesselt sein, und sie sollen verflucht sein um dessentwillen, was sie da sprechen. Nein, Seine Hände sind weit offen; Er spendet, wie Er will. Und was auf dich von Deinem Herrn herabgesandt wurde, wird gewiß viele von ihnen in ihrem Aufruhr und Unglauben noch bestärken. Und Wir haben unter ihnen Haß und Zwietracht bis zum Tage der Auferstehung gesät. Sooft sie ein Feuer für den Krieg anzündeten, löschte Allah es aus, und sie trachteten nur nach Unheil auf Erden; und Allah liebt nicht die Unheilstifter.


Der islamische Theologe Al-Ghazali hat deshalb eine Philosophie entwickelt, die naturgesetzliche Regeln nur als Schein betrachtet. Es gibt keine Naturgesetze und Allah kann jederzeit tuen, was er will. Daher ist die Suche nach derartigen Gesetze auch eine im Wesentlichen nutzlose Tätigkeit. Es gibt für Muslime deshalb auch gar keine Motivation nach den Gesetzen der Natur zu suchen. 

Die Grundlage für jeglichen menschlichen und wissenschaftlichen Fortschritt fehlt folglich im Islam. Die Neugier und kritisches Denken werden durch islamisches Denken systematisch entmutigt. Schließlich führt die Strafe für Blasphemie und Apostasie - nämlich der Tod - dazu, dass Erkenntnisse und Ideen keine Verbreitung finden, die der orthodoxen Lehrmeinung widersprechen. 

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